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Presseartikel zur Eröffnung der Dali-Ausstellung

Einblick in die Ausstellung

Das Garmisch-Partenkirchner Tagblatt vom 21.10.1996 schreibt:

Kontrastreicher Dali

Grafiken des Spaniers in der Galerie Jaud

GAP - Nach Carlo Moschella und Heinrich Schott setzt die Galerie Jaud die Reihe moderner Künstler mit dem genialen Spanier Salvador Dali fort.

Bei der Vernissage am Samstag waren die rund 100 Gäste von den feinen Grafiken des Surrealisten sichtlich angetan. Romantische Gemälde zieren den Treppenaufgang zum Obergeschoss der Galerie. Dann Epochenschock und Stilbruch: Im weiten Balkon empfängt den Besucher ein moderner Künstler, der sich durch Genialität, Schaffenskraft und Provokation einen Namen machte:

Salvador Felipe Jacinto Dali y Domenech. Der Betrachter der Grafiken des Katalanen hält inne, wird sich in der Entfernung von "wirklichen" Dingen bewusst. Originale aus den überwiegenden Serien "Mythologie" und "Hippies", die von 1962 bis 1972 entstanden sind, hatte Alexander Jaud vereint: Die Zusammenarbeit mit dem Pariser Kunsthändler Pierre Argillet hatte gefruchtet - insgesamt 18 Grafiken sind zu sehen.

Nachdem sich Dali phasenweise mit Geschichte, Religion und alten Meistern befasst hat, verarbeitet er nun Figuren aus der Mythologie: Pegasus, Ikarus oder Poseidon. Die kolorierten Grafiken in Kaltnadel oder Aquatinta-Technik leben vom Kontrast aus dem Prinzip von Figur und Grund. Die Ausstellung läuft bis zum 20. Dezember 1996.

Maximilian Czysz


Der Kreisbote vom 23. 10 1996 schreibt:

Galerie Jaud präsentiert Grafiken von Salvador Dali

Extravaganz a la Dali

Die am vergangenen Wochenende eröffnete Sonderausstellung der Garmischer Galerie Jaud zeigt noch bis 20. Dezember Original-Grafiken von Salvador Dali aus den Jahren 1962-1972. Es sind u.a. Werke aus der über zehn Jahre andauernden Zusammenarbeit mit dem Pariser Verleger Pierre Argillet, wie Illustrationen zu Goethes Faust und zu Schriften von Apollinaires. Des weiteren präsentiert die Galerie ihren Besuchern Arbeiten aus den Serien "Mythologie" (Ikarus, Poseidon, Athene, Urteil des Paris) und "Hippies" (Kosmonauten, Die Sonne, Frau in den Wellen, Venus im Pelz, u.a.)

Bei einem Glas Prosecco hatten sich die geladenen Gäste im ersten Stock der weiträumigen Galerie zusammengefunden, um die einzelnen Exponate zu betrachten, die durch unterschiedliche Rahmungen das jeweilige Thema unterstreichen. Galerist Alexander Jaud begrüsste die Gäste und eröffnete die Ausstellung mit den Worten: "über Dali selbst will ich nicht weiter sprechen. Entweder man kennt ihn - oder man kennt ihn nicht". Damit hatte er vollkommen recht, denn wer sich mit Dali und seinem umfangreichen Schaffen beschäftigt und auseinandersetzt, weiss, dass über Dali schon alles gesagt und geschrieben wurde.

Salvador Dali war ein Maler, der schon zu Lebzeiten zum Mythos und zur Legende wurde und in seinem geistigen Schaffen genau so bedeutend war wie sein .Landsmann Picasso. Umstritten, verehrt, bekämpft, bewundert, neurotisch, verrückt, egoistisch, psychopathisch, das sind die Attribute, die ihm Kunsthistoriker und Kritiker bescheinigen. Er war sicher einer der exzentrischsten und auffallendsten Künstler dieses Jahrhunderts.

Die Begriffe "artiste" und. "artisan" aus der Schule der von ihm verehrten italienischen Meister hat Dali nie getrennt und so konnte er bizarre Tendenzen und hartnäckig verfochtene Ideale in seinen Bildern vereinen. In allen seinen

Werken finden sich Spuren moderner, ästhetischer, philosophischer und psychologischer Denkversuche, gepaart mit skurril Phantastischem, was den Betrachter oft verblüfft verständnislos zurücklässt. Seine Neigung zum Impressionismus war kurz, und die Begegnung mit dem Futurismus und dem avantgardistischen Surrealismus bestätigen ihm das Recht auf die "eigene Verrücktheit."

1964 bekam Dali den höchsten Orden Spaniens, das Grosskreuz der Königin Isabella von Spanien. Das 1973 eröffnete Dali-Museum in seiner Geburtsstadt Figueras im spanischen Katalonien vermittelt einen grossartigen überblick über sein Schaffen und die Verwirklichung seiner surrealistischen Träume.

Man kann die Galerie Jaud nur beglückwünschen, dass sie in einem Ort wie Garmisch-Partenkirchen - wo der Boden für Kunst nicht gar so fruchtbar ist - eine solche Ausstellung macht und die Bilder auch zum Verkauf anbietet (die Preise bewegen sich von .ca: 6000 bis 21000 Mark). Die Galerie, mehr ein kleines Museum, ist voller Kunst vergangener Epochen mit Historien- und Landschaftsmalern. Möbel, Gläser, Porzellan, schwere Orientteppiche schmücken die unteren Verkaufsräume. Gegenüber dieser Fülle bieten die wechselnden Ausstellungen im ersten Stock von Malern und Bildhauern des 20. Jahrhunderts dem Besucher die Möglichkeit, die einzelnen Exponate in Ruhe und Musse auf sich wirken zu lassen.

Kornelia Wehmeier

 

 


[Zur Homepage der Galerie Jaud]

 

GALERIE GEORG JAUD
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D-82467 Garmisch-Partenkirchen
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Telefax -49 -88 21 - 7 92 08
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© by Alexander Jaud 1996-98