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Auch
in Zukunft werde ich nicht wegsehen
Der Kunstmaler
Otto Schliwinski wird 75
Die Gefahren der Zerstörung
des Lebens und die Folgen eines Krieges - wo
auch immer auf der Welt gekämpft wird muss der Künstler
auch heute
unmittelbar darstellen, er darf nicht wegsehen!, meint
Otto Schliwinski auf
die Frage, was Kunst in der heutigen Zeit für ihn bedeutet.
Kein Wunder,
dass für Schliwinski, der heute in Garmisch-Partenkirchen
seinen 75-ten
Geburtstag feiert, dieses Thema so wichtig ist. Sind doch Krieg
und der
Zerstörung auch ein Teil seines eigenen Lebens. Otto Schliwinski
wurde 1928
in Ostpreussen geboren und hat schon früh erfahren müssen,
was Krieg, Flucht
und Vertreibung bedeuten. 1945 überlebte er die Bombenangriffe
in Dresden
mit brennenden Kleidern und wuchs als junger Mann elternlos zwischen
den
Ruinen in Essen auf. Die Zeit erforderte es, einen ordentlichen
Beruf zu
erlernen: Schliwinski wird Planungsingenieur und ist in diesem
Beruf bis
1978 tätig. Doch schon weit früher folgte Schliwinski
auch seiner
eigentlichen Berufung. Studien in Malerei und Grafik in Gelsenkirchen
sowie
eine Ausbildung als Zeichner legten den Grundstein für die
fundierte
Auseinandersetzung mit künstlerischen Ausdrucksformen.
Menschen, das waren
zunächst für Schliwinski wichtige Objekte, die er
sensibel und feinfühlig in Aktbildern und in vielen Portraits
festgehalten
hat. Erst allmählich entfernt Schliwinski sich von diesen
individuellen
Menschen wieder, tritt zurück, richtet das Augenmerk auf
farbige
Landschaften, läßt den Blick des Betrachters aus dieser
einsamen Landschaft
hinaus wandern zum nächsten Motiv und zeigt darin viele
Menschen über die
der Betrachter, gleichsam in das Bild magisch hineingezogen,
zu schweben
scheint. Die Aufgabe des Künstlers ist es, das Leben
in dieser Zeit mit all
seinen Facetten auszudrücken, erläutert Schliwinski
seine gewählte Rolle.
Seit 1978 ist Schliwinski freier Maler und Grafiker mit einem
Atelier in
Essen und seit 1982 auch mit einem Atelier auch in Garmisch-Partenkirchen,
das zu seiner Wahlheimat geworden ist. Die wenigsten kennen
diesen
herausragenden Künstler bei uns bedauert Alexander
Jaud von der Galerie
Jaud von der Schliwinski in Garmisch-Partenkirchen vertreten
wird und die
2001 eine umfangreiche Werkschau des Künstlers gezeigt hat.
Mit Schliwinski
zu arbeiten heisst, aus dem Vollen schöpfen zu können,
ergänzt Jaud. Mehr
als 80 Einzelausstellungen in allen Kontinenten, Gastdozent in
Australien,
unzählige Preise und Goldmedaillen das soll ihm erst
einmal einer
nachmachen. Und in der Tat liest sich die Liste der Auszeichnungen
eindrucksvoll: Goldmedaille des internationalen Parlament USA,
Goldmedaille
der Accademia Italia, Nicolaus Copernicus Medaille Museum Warmi
i Mazur
(Polen) und viele weitere internationale Ehrenurkunden findet
man dort. 1997
erhält Schliwinski den ostpreussischen Kulturpreis der bildenden
Kunst.
Unzählige Kataloge und Publikationen sind über den
Künstler erschienen.
Und auch heute ist Schliwinski nicht wegzudenken. Sein aktuelles
Projekt ist
eine Arbeit über Johannes den Täufer. Obwohl
ich kein guter Kirchgänger
bin, hat mich dieses Projekt angesprochen, zeigt es doch einen
Johannes, der
vor zweitausend Jahren schon Menschenmassen begeistert hat,
erläutert
Schliwinski. Werke von Schliwinski finden sich ständig in
der Galerie Jaud.
Umfassend informieren kann man sich aber auch im Internet. Der
Künstler
meint dazu: Die Kunst heute unterscheidet sich sehr stark
von der
traditionellen, da moderne Techniken und neue Medien eine schnelle
Verbereitung ermöglichen. Das Original ist dadurch aber
nicht zu ersetzen.
Auch die Zukunft der Kunst muss subjektive Gefühle und Ahnungen
unserer Zeit
in einer Weise aufgreifen, die Menschen auch in der Nachwelt
noch verstehen
können. |